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Die Nacht ruft unsere Namen

Die Nacht ruft unsere Namen
Lasst alles stehen und liegen, und lebt, sagt sie
Also folgen wir dieser mächtigen Stimme
Diesem Drang
Denn wir vermissen und sehnen uns
Wollen tanzen und vor Glück und Wut schreien bis wir heiser sind
Die Routine im grauen Dunst ersticken
Uns lieben und das Leben lieben
Egal was morgen kommt
Egal was gestern war
Wollen den Abgrund spüren und den Wahnsinn erleben
Uns treiben lassen wohin unser Herz uns auch führt

Also laufen wir in die dunkle Nacht
Werfen alles ab, bis wir nackt sind
So wie wir einst das Licht der Welt erblickten
Als unbeschriebene Blätter
Mit Platz für viele Geschichten
Konform

Je wilder die Party umso bitterer der Nachgeschmack
Wie Kratzspuren nach einem guten Fick uns erinnern
Erinnert er uns an eine Ekstase wie wir sie selten erleben
Obwohl sie eigentlich so einfach zu erreichen ist
Einfach nur durch Nicht-Denken

Warum fällt uns das so schwer?
Warum so viel Energie, so viele Gedanken nur um Konform zu sein
Ja nicht auffallen
Aber womit denn eigentlich?
Da sind wir auf eine komische Art doch fast alle gleich
Das verbindet uns

Da wir aber alle auf das selbe bedacht sind, macht es das ja so paradox
Wir wollen quasi konform sein mit dem Konformsein

Zumindest so lange bis der erste mutig oder einfach nur zugedröhnt genug ist den Tanz zu eröffnen
Erst dann kann die Party steigen und der Wahnsinn beginnen
Fremde Worte

Ich will nicht mehr leben in den Zeilen eines Anderen
Es ist schön dass sie geteilt werden
Diese Leidenschaft, dieser Schmerz
Diese Verzweiflung und all die Liebe

Nur, so gut kann keine Poesie der Welt sein
Als dass sie das Erleben ersetzen könnten

So intensiv auch manche Wortkonstrukte sein mögen
So sehr sie mir auch aus der Seele sprechen
Und mich auffangen
So sehr sich auch manche Zeilen
Wie eine schützende Decke über meine Seele legen
Dann wenn ich schwach bin
Bin es doch am Ende ich selbst
Der einen einen Fuß vor den anderen setzen muss
Der suchen, der finden
Der lieben, der leiden muss
Und zwar den eigenen Schmerz

Sonst bleibt mein Leben nur eine billige Kopie
Eines schlecht überlieferten Drehbuches
Geschmückt mit eigenen Wünschen und Sehnsüchten
Ein Manuskript eines Theaterstückes
Das ich nie spielen werde